Mauricio Rosales
Mauricio Rosales arbeitet dort, wo Guatemala am rauesten und zugleich präzisesten wird: hoch oben in den Bergen von Huehuetenango. Abgelegene Täler, kühle Nächte, große Temperaturunterschiede und steile Hänge prägen seine Farmen La Maravilla und Kape’tenango. Diese Bedingungen sind anspruchsvoll – für Mensch und Pflanze – und genau deshalb formend. Kaffee reift hier langsam, Bohnen entwickeln Dichte, Säurestruktur und Tiefe.

Struktur durch Erfahrung
Huehuetenango ist keine Region für schnelle Entscheidungen. Wer hier erfolgreich arbeiten will, braucht Geduld, Erfahrung und ein Gespür für Mikroklimata. Mauricio kennt jede Parzelle, jede Exposition, jede Eigenheit seiner Böden. Seine Arbeit ist geprägt von Beobachtung statt Intervention – und von der Überzeugung, dass Stabilität wichtiger ist als kurzfristiger Ertrag.
La Maravilla ist Mauricios Ursprung und Rückgrat. Die Farm liegt auf bis zu 2.000 Metern Höhe und ist in klar abgegrenzte Parzellen unterteilt, jede mit eigenem Mikroklima. Hier entstehen Kaffees, die durch Klarheit, Ruhe und Wiederholbarkeit überzeugen – Eigenschaften, die nicht zufällig entstehen, sondern Ergebnis jahrelanger Feinjustierung sind. Der Alltag auf La Maravilla folgt einem festen Rhythmus: selektive Ernte, saubere Nassaufbereitung, kontrollierte Trocknung. Viele der Mitarbeiter:innen, insbesondere aus der Maya-Mam-Gemeinschaft, sind seit Jahren Teil der Farm. Ihr Blick für Reifegrade, ihr Timing bei der Verarbeitung und ihre Routine sind ein entscheidender Qualitätsfaktor. Wissen wird hier nicht dokumentiert, sondern gelebt und weitergegeben.
Mauricio versteht La Maravilla nicht als Produktionsstätte, sondern als funktionierendes soziales System. Kleine Investitionen in Infrastruktur – Strom, Maschinen, Arbeitsabläufe – sind immer so gewählt, dass sie Arbeit erleichtern, ohne Strukturen zu verdrängen. Qualität entsteht hier aus Verlässlichkeit.

Menschen & Haltung
Mauricio spricht selten über soziale Verantwortung; er lebt sie. Die Beziehungen zu den Mitarbeiter:innen die auf seinen Farmen arbeiten, sind über Jahre gewachsen. Viele sind seit den Anfangstagen dabei. Ihre Arbeit ist nicht austauschbar – sie ist Teil der Identität der Farmen.
Während der Ernte zeigt sich diese Verbindung besonders deutlich. Die Sicherheit, mit der reife Kirschen selektiert werden, die Ruhe im Nassbereich, das präzise Timing bei Fermentation und Trocknung – all das entsteht nicht durch Vorgaben, sondern durch Vertrauen und Erfahrung. Mauricio weiß, dass nachhaltige Qualität nur dort entsteht, wo Menschen bleiben wollen.
Mauricio Rosales steht für eine Art von Kaffeeproduktion, die selten geworden ist: leise, konsequent, langfristig. Seine Kaffees sind nicht laut, nicht überformt, nicht auf Effekt getrimmt. Sie sind strukturiert, stabil und lesbar – Jahr für Jahr. Für uns bei elbgold ist Mauricio kein Lieferant, sondern ein Referenzpunkt. Was diese Kaffees verbindet, ist keine Stilistik, sondern eine Haltung. Sie zeigen, wie sich Qualität über Jahre entwickeln lässt, wenn Farming, Processing und Handel aufeinander abgestimmt sind. Diese Farmen liefern nicht nur Rohkaffee. Sie liefern Orientierung.
Elbgold Kaffees von der Farm La Maravilla

Varietäten
Hier wachsen überwiegend klassische, bewährte Varietäten: Bourbon, Caturra und Sarchimor - bewährte Arten mit ausbalancierter Qualität und Anpassungsfähigkeit in Huehuetenango. Die Bewirtschaftung ist arbeits- und zeitintensiv: Die steilen Hänge verlangen selektives Picking, die nur mit erfahrenen Picker:innen gelingt. Schatten durch natürliche Baumbestände, die Wasserquelle und die bodennahen mikroklimatischen Bedingungen sichern gleichmäßige Reife und beste Qualität.
Die Farm wurde ursprünglich mit 2.500 Pflanzen gegründet – mit Spitzhacke und Schaufel –, inzwischen ist sie gewachsen, strahlt Beständigkeit aus und macht Hoffnung auf die Zukunft.

Processing
Die Aufbereitung erfolgt Washed: Nach dem Picking werden die Kirschen unmittelbar gepulped, fermentiert und anschließend 24 Stunden gewässert – mit klarem Quellwasser der Farm. Dann trocknet der Kaffee über etwa 20 Tage: zuerst auf Patios, danach auf Raised Beds im Gewächshaus. Dieser sorgfältige, mehrstufige Prozess gewährleistet hohe Qualität, ein sauberes Trocknungsklima und ein konsistentes Tassenprofil.
In der Specialty-Coffee-Welt sind »washed« Kaffees genau wegen dieser Präzision und Transparenz geschätzt – sie ermöglichen Klarheit und Terroir-Ausdruck ohne störende Frucht- oder Fermentnoten. Alle Lots von Mauricio werden parzellenweise getrennt aufbereitet. Dadurch bleiben Herkunft, Qualität und Rückverfolgbarkeit vollständig sichtbar.

Kape’tenango
Kape’tenango ist der zweite, bewusst anders gedachte Teil von Mauricios Arbeit - ein Ort der Entwicklung. Hier wachsen Varietäten, die höhere Anforderungen stellen – an Anbau, Verarbeitung und Rösten. Auf Kape’tenango kultiviert Mauricio unter anderem Geisha, Ethiopian-Heirloom-Typen, Pacamara, H1 sowie kenianische Varietäten wie SL28, SL34 und Batian. Diese Auswahl ist kein Statement, sondern Ergebnis langer Beobachtung. Jede Varietät steht auf einem Plot, der ihr physiologisch entspricht – hinsichtlich Höhenlage, Wind, Sonneneinstrahlung und Bodenstruktur. Veränderungen erfolgen langsam, mit klarer Zielsetzung: genetische Vielfalt aufbauen, Resilienz stärken und sensorische Komplexität ermöglichen, ohne die Kontrolle zu verlieren.



Araku
Im Araku Valley entsteht ein einzigartiger Kaffee, der Erde nicht ausbeutet, sondern aufbaut.
La Dalia
Eine Familie, vier Farmen und ganz viel Wissen über exzellenten Kaffeeanbau.
Fincas Mierisch
Die Mierischs stehen für konsequente, wissensgetriebene Qualitätsarbeit über drei Generationen hinweg.



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