“Are you from elbgold?” fragt mich Ahmed als er das g auf meiner Cap entdeckt. Ahmed arbeitet auf der Adorsi Coffee Washing Station und ist für anaerobe Aufbereitungen verantwortlich. Das die Menschen dort das g sofort mit elbgold assoziieren und mich nach Annika und Thomas fragen, zeigt, wir präsent elbgold und die persönlichen Beziehungen sind. Und genau deswegen sind wir vor Ort. Wir wollen wissen, wer die Menschen sind, die unseren Kaffee anbauen, transportieren, was sie leisten, und Wege finden sie bestmöglich zu unterstützen.
Ich durfte die Coffee Washing Stations unseres äthiopischen Partners TESTI in Guji, Sidama, und Yirgacheffe besuchen und erleben, was hinter den herausragenden Kaffees steckt. Die Anreise allein gibt einen ersten Hinweis: Täglich acht Stunden Fahrt über staubige Straßen, um eine Handvoll Washing Stations in den entlegensten Regionen Äthiopiens zu erreichen. Die meisten sind nur zugänglich, wenn es zuvor nicht geregnet hat. Schon der Weg dorthin erzählt vom Charakter des Landes – naturbelassen, weitläufig und von einer stillen Schönheit geprägt.

Noch viel erstaunlicher ist, dass in diesen abgelegenen Regionen auf ca. 2000 Metern Höhe Dorfgemeinschaften mit und von der Natur leben und unter anderem Kaffeekirschen anbauen und verarbeiten. Kaffeekirschen zählen dort als Cash Crop und werden in kleinen Vorgärten neben Bananen und Yams gepflanzt oder aber auch inmitten wilder Natur, meist an steilen Hängen, geerntet.
Im Anschluss werden sie zu den Coffee Washing Stations transportiert, die Kirschen gewogen und direkt verrechnet. Die Kaffeekirschen verkörpern Schicksale und erzählen von der Hoffnung auf ein besseres Leben. Es ist unglaublich welche Verbindungen der Kaffee schafft und welcher Impact Hebel sich dahinter verbirgt.

Hinzukommt, dass die Menschen dort qualitativ wahnsinnig gute Arbeit leisten. Hinter jeder Bohne steckt unvorstellbar viel Handarbeit und Hingabe. Wie die Kaffeekirschen angebaut, geerntet und verarbeitet werden, verdient den allergrößten Respekt. Und wir dürfen uns so glücklich schätzen diese herausragenden Qualitäten in Hamburg so selbstverständlich zu genießen. Ich will hier gar nicht zu sehr auf die technischen Prozesse eingehen. Denn es sind nicht die Prozesse allein, die unsere äthiopischen Kaffees so besonders machen. Es sind die Menschen dahinter. Das haben wir bei unseren Besuchen immer wieder gespürt.
Ohne eine wirklich gemeinsame Sprache, aber mit viel Herzlichkeit entstanden echte Begegnungen. Es wurde gelacht, geschrubbt, gestikuliert, gemeinsam sortiert. So ist auch dieses spontane, ehrliche Bild auf der Ayla Washing Station entstanden, von der unser Bombe Espresso und Bombe Anaerobic Filterkaffee stammen.

Während wir uns verrenkten, um die Arbeit der Menschen auf der Coffee Washing Station festzuhalten und gute Fotos zu machen – zog das Gelächter immer mehr Menschen an. Am Ende standen alle zusammen da, als Team, als Moment. Dieses spontane, ehrliche Bild erzählt mehr über Kaffee als jede technische Beschreibung. Mit dem Anspruch angereist, vor allem das Processing besser zu verstehen, haben wir die Ayla Washing Station emotional bewegt und mit wackeligen Knien verlassen. Unsere Aufgabe bei elbgold besteht eben nicht nur darin, großartige Kaffees auszuwählen, sondern Beziehungen zu pflegen, präsent zu sein und Verantwortung zu übernehmen – für die Menschen, deren Arbeit diese Kaffees überhaupt erst möglich macht.

Blogpost by Daniel
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