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Roberto Mata in Costa Rica mit elbgold Kaffee

Finca Las Nubes Costa Rica 2024

Santa María de Dota ist ein Ort, an dem wir uns sofort zu Hause fühlen – vor allem, weil hier Roberto Mata und seine Familie leben. Wir sind zurück in Costa Rica, besuchen unsere Freunde, schauen auf der Finca Las Nubes vorbei und cuppen gemeinsam die neue Ernte. Und wie jedes Mal wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um Kaffee. Hier geht es um Familie, Handwerk und ganz viel Herz. 

Mit Roberto verbindet uns eine langjährige Freundschaft. Kennengelernt haben wir uns 2009 beim Cup of Excellence in Costa Rica, als wir als internationale Juroren die besten Kaffees des Landes verkosten durften. Roberto war damals Manager einer Kooperative, die den 13. Platz belegte. Nach der Siegerehrung schauten wir uns seine Kooperative an und besuchten ihn in seinem Zuhause in Santa María de Dota – seitdem besuchen wir uns regelmäßig. Auch viele aus dem elbgold-Team waren schon bei Familie Mata zu Hause. 

Auch diesmal wohnen wir wieder bei Doris und Roberto und werden rund um die Uhr verwöhnt, bekocht und umsorgt. Doris’ Gallo Pinto ist legendär und das gemeinsame BBQ mit der „ganzen“ Familie einfach großartig. Diesmal verbringen wir auch viel Zeit mit den Kindern und Enkelkindern der beiden, die alle nur einen Steinwurf entfernt wohnen. Während der Ernte hilft hier jeder mit – bei der Aufbereitung oder beim Cupping im eigenen Lab direkt neben dem Wohnhaus.  

Roberto bringt fast 50 Jahre Kaffee-Erfahrung mit und ist ein wandelndes Kaffeelexikon: Anbau, Varietäten, Aufbereitung – er weiß einfach alles. Vor allem aber ist er seit Jahrzehnten ein Vorreiter für nachhaltigen Kaffeeanbau im Einklang mit der Natur. Inzwischen berät er viele Farmerinnen und Farmer aus der Region und teilt sein Wissen großzügig. Vor rund sieben Jahren gründete er gemeinsam mit Doris und den fünf Kindern ein kleines Familienunternehmen. Direkt hinter dem Wohnhaus verarbeitet er in seiner eigenen Micromill die Kaffees selbst – mit einem wassersparenden EcoPulper und auf Raised Beds. Und er entwickelt seine Farm ständig weiter: damit es den Pflanzen gut geht und sein Kaffee noch besser wird. 

Im letzten Jahr hat Roberto neben der Micromill ein Greenhouse gebaut, um den Kaffee beim Trocknen vor Feuchtigkeit und zu intensiver Sonne zu schützen – und den Prozess noch präziser steuern zu können. Direkt gegenüber entstand außerdem eine eigene Dry Mill, damit auch dort mehr Kontrolle, Qualität und Weiterentwicklung möglich sind. 

Die inzwischen sechs Hektar große Finca Las Nubes liegt rund 30 Minuten von Robertos Haus entfernt – auf gut 1.900 Metern, quasi „in den Wolken“. Hier baut Roberto seit etwa 30 Jahren Caturra an. Seit sechs Jahren wächst auf einem Hektar außerdem Geisha. Die Bedingungen sind hier oben ideal für diese empfindliche Varietät: wenig Wind, hohe Luftfeuchtigkeit, Sonne – aber dank schattenspendender Bananen-, Zedern- und Eukalyptusbäume nicht zu viel. Dazu kommt ein nährstoffreicher Boden, den Roberto biologisch düngt. Sein Sohn Michel hat ihn für verrückt erklärt, als er einen von damals vier Hektar Land roden ließ, um dort die sensiblen Pflänzchen zu setzen. Inzwischen sind die rund 3.200 Pflanzen riesig, sehen supergesund aus und sind sehr ertragreich – eine Pflanze ergibt etwa 20 Pfund Kirschen. Insgesamt produziert Roberto 30 Säcke Geisha. 

Gerade konnte Roberto noch ein weiteres Stück Land direkt neben Las Nubes dazukaufen. Dort möchte er noch mehr Geisha pflanzen. Dafür hat er aus rund fünf Kilo Samen in der Nursery etwa 3.500 Pflanzen aufziehen lassen, die er dieses Jahr auf dem neu erworbenen Hektar anpflanzen möchte. Roberto fährt mit uns extra dorthin, um uns seine Geisha-Babies zu zeigen: kleine grüne Pflänzchen, soweit das Auge reicht – wunderschön.

Und auch die ausgewachsenen Pflanzen auf Las Nubes sehen beeindruckend gesund aus. Roberto ist wahnsinnig stolz auf seinen Geisha – und das völlig zu Recht. 

Im letzten Jahr belegte die Familie Mata mit ihrem Geisha Natural den 7. Platz beim Cup of Excellence. In der Auktion erzielte ihr Kaffee 38,70 $/lb, also 78,28 € pro Kilo Rohkaffee. Mit einer Gesamtsumme von 30.714,64 $ war Robertos Lot das teuerste der gesamten Versteigerung. Und auch in dieser Saison ist der Kaffee spektakulär: superkomplex, floral, juicy, sehr clean und unglaublich süß. Wir schmecken tropische Früchte, superreife Mandarine, Orange, schwarzen Tee, Panela, Honig, Jasmin – und einen Hauch Eukalyptus. Unsere Bewertung: 92,5 Punkte. 

Auf dem Cupping-Table wartet noch ein weiteres Highlight: In dieser Saison hat Roberto seinen Geisha mit einem neuen Verfahren veredelt – der Juicy Honey Fermentation. Dafür werden die Kirschen entpulpt und anschließend 120 Stunden in ihrer eigenen Mucilage fermentiert – plus Fruchtfleisch eines zweiten Lots. Das Ergebnis ist ein sehr eleganter, supersüßer und fruchtiger Kaffee mit Noten von Himbeere, Jasmin und Früchtetee. Und auch der Caturra von Las Nubes ist fantastisch: für uns wie eine Trauben-Nuss-Praline – rund, supersüß und strahlend. 

Geerntet wird übrigens in vier „Picking Flights“. Die ersten Kirschen wurden dieses Jahr Anfang Januar gepflückt, der zweite Pflückdurchgang war Anfang Februar, der dritte Ende Februar, und aktuell trocknen noch die Kirschen, die vor gut zwei Wochen geerntet wurden. Der Trocknungsprozess ist immer gleich: Am ersten Tag werden die Kirschen in einer ca. 8 cm dicken Schicht auf Raised Beds ausgebreitet und nicht bewegt, um mehr Aroma zu bekommen. Ab dem zweiten Tag werden sie morgens, mittags und abends bewegt. Ab dem siebten Tag werden die Kirschen über Mittag abgedeckt, damit sie nicht zu viel Sonne bekommen, und abends ebenfalls, damit sie vor Feuchtigkeit geschützt sind. Insgesamt trocknet der Kaffee drei Wochen, dann liegt er bei 20 % Feuchtigkeit. Um auf 11 % zu kommen, kommt er dann noch für drei Tage bei niedriger Temperatur (50 °C) in den Dryer. Danach wird der Kaffee in Säcken bis zum Schälen gelagert. 

Insgesamt produziert Roberto aktuell vier Container Kaffee, zwei davon holen wir auch in diesem Jahr wieder nach Hamburg. Dabei bestimmt Roberto den Preis – und auch dieses Jahr finanzieren wir den Kaffee wieder vor, damit Roberto sich voll auf Anbau und Aufbereitung konzentrieren und weiter in seine Farm investieren kann. 

Ein letztes Frühstück, und beladen mit Wegproviant von Doris und Kaffeemustern von Roberto geht es für uns viel zu schnell wieder in Richtung San José. Wir freuen uns schon auf ein ausgiebiges Team-Cupping in unserem Lab in Hamburg – und jetzt schon auf den nächsten Besuch in Dota. PURA VIDA! 

Blogpost by Annika 

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